04.03.2019
Wie alles begann...

Es ist Ende 2014 und ich sitze mal wieder auf meinem Sofa mit einer Tüte Chips in der Hand und gucke, was man sich an einem schönen Samstagabend im TV reinziehen kann. Jeder der schon einmal die Serie „Eine schrecklich nette Familie“ verfolgt hat, kann sich ungefähr vorstellen, wie ich in bester Al Bundy Manier da so vor mich her vegetiert habe. Viele meiner T-Shirts waren schon fast bauchfrei aufgrund der Fülle des Onepacks, den ich vor mir hergetragen habe.
Da habe ich einen Facebook-Post einer Bekannten gesehen, wie sie insgesamt 40 Kilo mit einem Online-Trainingsprogramm (von einem lokalen Personal Trainer) abgenommen hat. Kurze Zeit danach stand ich auf der Matte und habe 300 € in das Training- und Ernährungsprogramm investiert und schon ging es los…
Hast du auch schon mal eine Werbung gesehen „In zehn Wochen zehn Kilo verlieren“ oder hast ein Training- und Ernährungsprogramm absolviert, welches dir versprochen hat, in nur zehn Wochen das maximale aus deinem Körper herauszuholen? Ich auch und ich muss sagen, ich habe tatsächlich 11 Kilo abgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war ich so geflasht vom Erfolg, dass ich nicht mal in meinen kühnsten Träumen gewagt hätte das Konzept oder dieses Training infrage zu stellen.
Denn ich habe mit knapp 96 Kilo angefangen und als ich nach zehn Wochen fertig war, habe ich tatsächlich nur noch 85 Kilo gewogen. Für mich war das ein riesen Erfolg. Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie der Trainer damals sagte, du musst jetzt am Ball bleiben und wir müssen uns über deinen weiteren Trainingsplan unterhalten. Ich kürze mal die Geschichte von damals ab. Das war das erste und auch das letzte Mal, dass ich im Laufe dieses Programms und auch Jahre danach persönlich mit meinem Trainer gesprochen habe.
Obwohl ich elf Kilo abgenommen hatte, war die Enttäuschung groß, da ich mit dem optischen Ergebnis nicht zufrieden war. Ich fing an im Internet zu recherchieren, welcher Trainingsplan der beste ist, was man machen kann, um Muskeln aufzubauen, welche Nahrungsergänzungsmittel man nehmen muss usw. Leider sind viele der käuflich erwerbbaren online Trainingspläne so aufgebaut, dass nur der größtmögliche Profit im Fokus steht. Es werden einmalig PDF Dateien erstellt und hundertfach, ohne einen Funken Mehraufwand an jedermann verkauft, unabhängig davon was für Voraussetzung die Käufer mit sich bringen. Meistens wird nur nach drei Körpertypen unterschieden und los gehts. Es geht nur darum das Programm zu verkaufen und was danach passiert, ob der Kunde die Übungen richtig ausführt oder ob er Zwangslagen durch falsche Techniken erzwingt, ist vollkommen egal. Verletzungen sind nur eine Frage der Zeit!
Kurz nachdem ich das Trainingsprogramm absolviert hatte, hab ich wieder fünf Kilo zugenommen und war im guten alten Jojo Effekt angekommen.
Nach monatelanger Recherche habe ich mit Entsetzen festgestellt, dass es im Internet keinen individuellen Plan für mich gibt. Um einen individuellen Plan zu bekommen, müsste ich mit einem Personal Trainer arbeiten, der mich jede Trainingseinheit betreut und mir bei der Ernährung permanent auf Finger guckt. Irgendwann bin ich auf einen Personal Trainer gestoßen, der ein unkonventionelles Fitnessstudio betreibt. Das Studio befindet sich in einem ehemaligen Friseursalon und ist von der Einrichtung her, sagen wir mal, anders. Er bot Kleingruppentrainings an, bei denen maximal 6 Personen zusammen trainiert haben, er war permanent präsent und konnte seine Kunden dementsprechend bei der Ausführung unterstützen bzw. korrigieren. Da habe ich zum ersten Mal festgestellt, dass mein bisheriges Training für den Arsch war.
Obwohl ich gut im Training war, hatte ich nach der ersten Trainingseinheit den Muskelkater meines Lebens. Gefühlt hatte ich das erste Mal nach zwei Jahren Training meine Muskulatur bei jeder Übung gut ausgelastet.
Ich konnte noch nicht Mal annähernd die Gewichte bewegen, die ich normalerweise im Fitnessstudio bewegt hatte.
Kurz gesagt, bis dahin habe ich vieles falsch gemacht und habe dort das erste Mal erfahren wie es richtig geht.
Finanziell konnte ich es mir nicht leisten 3 bis 4 mal in der Woche zum Personal Training zu gehen, daher bin einmal die Woche dorthin und die restliche Zeit bin ich, wie bisher auch, ins Fitnessstudio gegangen und habe versucht die neugewonnenen Kenntnisse umzusetzen.
In diesem Prozess habe ich eine Sache gelernt, Nachhaltigkeit braucht Zeit!
Ich habe gelernt, dass man nicht in Wochen rechnen muss, sondern einfach auf seinen Körper hören muss wie er reagiert und gegebenenfalls an der einen oder anderen Stellschraube drehen muss, um weitere Fortschritte zu erzielen.
Mit meinem damaligen Personal Trainer habe ich mich auf Anhieb sehr gut verstanden und ich habe alles aufgesogen was er gesagt hat. Da ich von Haus aus ein sportlicher und ehrgeiziger Typ bin, war es für mich nicht schwer die jeweiligen Techniken anzuwenden.
Allerdings reichte mir das nicht, irgendwann kam der Zeitpunkt, als ich ihn gefragt habe was ich tun muss, um selber Trainer zu werden?
Er schmunzelte kurz, merkte aber relativ schnell, dass ich es ernst meinte. Er sagte, dass ich entweder die "normalen" Fitnesstrainer-Lizenzen absolvieren kann, oder ein bisschen mehr Geld in die Hand nehme und mich im Dr. Gottlob Institut, Stuttgart ausbilden lasse. Wenn es um das Thema Fitness geht, gilt er in Fachkreisen als der Guru unter den Ausbildern. Gesagt getan! Ich habe Geld zusammengekratzt und fuhr nach Stuttgart um die Grundausbildung zu machen. Was ich dort gelernt habe hat mich sehr geprägt. Zu jedem Zeitpunkt stand die Praxis im Vordergrund. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie Dr. Gottlob sagte, dass er an unserer Stelle die lateinischen Begriffe der Muskeln zwar lernen würde, sollten wir sie aber in der Prüfung nicht nennen können, dafür aber sagen könnten, wo der Ursprung und Ansatz wäre und welche Funktion diese Muskeln haben, dann würden auch die volle Punktzahl erreichen. Für mich war das ein sehr krasses Erlebnis. Da war jemand, der wollte nicht das du etwas auswendig lernst, sondern, dass du es verstehst und es eins zu eins an den Kunden weitergibst.
Seitdem ist jetzt knapp ein Jahr vergangen, ich habe drei weitere Module bei Dr. Gottlob absolviert und die nächsten stehen schon wieder an.
Es geht nicht darum den Kunden zu erzählen und weiß zu machen wie toll man alle lateinischen Begriffe in puncto Fitnesstraining runterbeten kann, sondern es geht darum den Kunden zuzuhören und auf seine Wünsche und Ziele in Kombination mit dem angeeigneten Fachwissen einzugehen.
Das Online Trainings- und Ernährungsprogramm was ich damals absolviert habe war in keinster Weise einen Fehlinvestition. Ganz im Gegenteil. Diese Investitionen hat mich dazu gebracht, dass ich jetzt genau da bin, wo ich jetzt stehe.
Ich versuche jedem meiner Kunden auf Augenhöhe zu begegnen und mich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Der individuelle Körper eines jeden Kunden und die Gesundheit stehen im Mittelpunkt. Ich möchte das jeder meiner Kunden auch nach mehr als nur zehn Wochen rückblickend sagen kann, Ja, ich mache immer noch Fortschritte und ich fühle mich gut aufgehoben.
Und wie sagt bereits eine bekannte Werbung, „Dafür stehe ich mit meinem Namen“.
PS: Der Personal Trainer, der mir zu der Ausbildung geraten hat, ist auch derjenige, bei dem ich jetzt die Räumlichkeiten für mein Personal- und Gruppentraining nutzen und auch mit ihm zusammenarbeite.
04.02.2019
Mit guten Gewohnheiten spart man Willenskraft!
Hast du dich dazu entschlossen mit dem Sport anzufangen, dann nutze die anfängliche Euphorie und absolviere dein Trainingsprogramm regelmäßig!
Sobald du einmal im "Flow" bist und deinen Rhythmus gefunden hast, wird es sehr bald zur Gewohnheit, Kraftsport zu treiben. Du wirst schnell merken, dass dir durch evtl. Krankheitsausfälle oder durch wichtige Termine, ausgefallene Trainingseinheiten richtig fehlen werden und du dich fast schon schlecht fühlst, wenn du eine längere Zeit keinen Sport gemacht hast.
Der Körper gewöhnt sich an regelmäßige Bewegung und schreit förmlich nach längeren Pausen danach.
Nach durchschnittlich 2 Monaten ist eine Gewohnheit Teil deines Lebens!!!
Und jetzt wünsche ich dir einen tollen Tag! 😊
20.01.2019
Wie viel Wiederholungen pro Satz sind richtig beim Krafttraining?

Diese Frage habe ich mir früher so oft gestellt und genauso oft habe ich auch falsch trainiert. Mit falsch meine ich nicht die technisch saubere Ausführung der jeweiligen Übung, sondern zu viele Wiederholungen mit zu wenig Gewicht oder das falsch gewählte Gewicht für die jeweilige Trainingsmethoden.
Um die Frage richtig beantworten zu können, muss als allererstes das Ziel definiert werden.
Das Ziel ist es gesundheitsorientiert zu trainieren, Verletzungen im täglichen Leben vorzubeugen und den möglichen körperlichen Beschwerden des Büroalltags entgegenzuwirken.
Hier sind 3 Trainingsmethoden, die dir dabei helfen können ein sehr gutes und von der Intensität ausreichendes Krafttraining durchzuführen.
Kraftausdauertraining:
Ist ein Training mit hoher Wiederholungszahl bei geringen Gewichten. Beim Kraftausdauertraining wird also nicht mit Maximalkraft trainiert, sondern nur mit einer Intensität von etwa 50 Prozent der Maximalleistung.
Vorteile sind u.a:
-
die Säuretoleranz der Muskulatur wird verbessert, d.h. das Brennen im Muskel setzt später ein
-
die Kapillarisierung wird gefördert, d.h. es werden neue Blutgefäße gebildet, dadurch gelangt mehr Sauerstoff in den Muskel und die Schadstoffe werden besser abtransportiert
Hypertrophietraining:
Ist ein Training mit mittlerer Wiederholungszahl bei einer Intensität von ca. 70–85 Prozent der Maximalleistung. Beim Hypertrophietraining werden die bereits vorhandenen Muskelfasern vergrößert und keine neuen gebildet.
Vorteile sind u.a:
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Muskelwachstum, d.h. es kommt zur Verdickung der Muskelfasern durch Proteineinlagerung
Maximalkrafttraining:
Ist ein Training mit niedriger Wiederholungszahl bei einer Intensität ab ca. 85 Prozent der Maximalleistung.
Beim Maximalkrafttraining wird, wie der Name schon sagt, der Kraftzuwachs gefördert.
Vorteile sind u.a:
-
Stärkung der Sehnen und Erhöhung der Knochenfestigkeit
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es kommt zur Verstärkung aller im Kraftübertragungsprozess beteiligten Strukturen Bänder, Faszien, Gelenkknorpel, Faserknorpel und Gelenkkapseln.
Vielleicht bist du beim Lesen schon selbst auf die Antwort, der anfangs gestellten Frage gekommen, nämlich „Wie viel Wiederholungen pro Satz sind richtig beim Krafttraining?“
Genau, die Mischung macht’s!
Beim gesundheitsorientierten Krafttraining geht es darum alle Methoden anzuwenden. Die Zeit, die man pro Woche aufwendet, ist begrenzt und darum ist es umso wichtiger diese effektiv zu nutzen!
Versuche dein Trainingsplan so zu gestalten, dass die Sätze jeweils eine Trainingsmethode abdecken, z. B. bei den Grundübungen (Kniebeugen, Bankdrücken, Latzug, Kreuzheben), dass du im ersten von drei Arbeitssätzen eine hohe Wiederholungsrate bei wenig Gewicht hast (Kraftausdauer).
Achte darauf, dass du beim zweiten Satz dich im mittleren Bereich (Hypertrophie) bewegst und im letzten Arbeitssatz gehst du an das Maximum, mit wenig Wiederholungen und viel Gewicht (Maximalkraftbereich).
Das ist ein Leitfaden, der dir helfen kann gesundheitsorientiert zu trainieren. Ich wünsche dir sehr viel Spaß beim Umsetzen. Bei Fragen oder Anregungen kannst du mir jederzeit unter info@mmu-sports.de eine Nachricht hinterlassen. Ich freue mich auf dich.
Und jetzt wünsche ich dir einen tollen Tag! 😊